Münster: Agroforst, PIK & Bürgerwissenschaft im Fokus

PermaNews Brief
Key Takeaways
Am 1. Dezember 2025 findet eine Konferenz in Münster statt, die Agroforstsysteme als produktionsintegrierte Kompensation (PIK) beleuchtet.
- Agroforstsysteme bieten produktive Kompensation für Ausgleichsmaßnahmen.
- Bürgerwissenschaft kann Daten standardisiert erfassen.
- Internationale Modellbetriebe zeigen Implementierungsstrategien.
- Forschung fokussiert auf Biodiversität und Landschaftsausgleich.
- PIK vermeidet den Verlust landwirtschaftlicher Flächen.
Why It Matters
Diese Konferenz bietet wichtige Einblicke, wie Landwirtschaft und Naturschutz durch innovative Agroforstsysteme effektiv verbunden werden können. Das ist entscheidend für eine nachhaltige Flächennutzung.
What to Do Next
Informieren Sie sich über Bürgerwissenschaft in der Agroforstwirtschaft und prüfen Sie Monitoringsysteme.
Recommended for: Für Landwirte, Forscher und Naturschützer, die sich für innovative und nachhaltige Landnutzungskonzepte interessieren.
Die Arbeitsgruppe Angewandte Landschaftsökologie der Universität Münster befasst sich intensiv mit Agroforstsystemen, Bürgerwissenschaft und produktionsintegrierter Kompensation (PIK). Ihre aktuellen und geplanten Aktivitäten konzentrieren sich auf die Integration dieser Bereiche, um nachhaltige Lösungen für die Landwirtschaft und den Naturschutz zu entwickeln.
Ein zentrales Ereignis in diesem Kontext ist eine für den 1. Dezember 2025 geplante Konferenz. Diese Veranstaltung wird vom DeFAF e.V. (Projekt MODEMA) in Zusammenarbeit mit dem 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen organisiert und trägt den Titel „Agroforstsysteme als produktionsintegrierte Kompensation (PIK)“. Die Konferenz zielt darauf ab, die Rolle von Agroforstsystemen als praktikable Methode zur Erfüllung gesetzlich vorgeschriebener Ausgleichsmaßnahmen zu beleuchten, ohne dabei wertvolle Produktionsflächen stillzulegen.
Das Konferenzprogramm und die begleitenden Aktivitäten sind vielfältig. Ein wesentlicher Bestandteil ist ein Aufsatz zum Thema „Bürgerwissenschaft in der Agroforstwirtschaft“, der einen methodischen Katalog zur Überwachung von Agroforstsystemen umfasst. Dieser Katalog soll dazu dienen, die Erfassung von Daten durch Laien zu standardisieren und wissenschaftlich fundiert zu gestalten. Des Weiteren ist ein Gastvortrag geplant, der sich mit Agroforstsystemen und der Pflanzengesundheit in Modellbetrieben im Münsterland sowie in Argentinien befasst. Dieser internationale Vergleich soll Einblicke in unterschiedliche Implementierungsstrategien und deren Erfolge geben. Weitere Beiträge werden sich mit der spezifischen Rolle von Agroforstsystemen bei der Umsetzung von PIK-Maßnahmen auseinandersetzen.
Die Diskussionen und Forschungsarbeiten der Arbeitsgruppe sind eingebettet in die breitere Debatte darüber, wie Agroforstsysteme als Mechanismus für Biodiversitäts- und Landschaftsausgleich genutzt werden können, ohne einen Nettoverlust an produktiver Fläche zu verursachen. PIK hat das Ziel, gesetzlich vorgeschriebene ökologische Verbesserungen auf Produktionsflächen zu realisieren, während die landwirtschaftliche Nutzung fortgesetzt werden kann. Agroforstsysteme werden von Praktikernetzwerken und Forschungsprojekten aktiv als vielversprechender PIK-Ansatz verfolgt.
Die Bemühungen in diesem Bereich zeichnen sich durch eine Multi-Akteurs-Zusammenarbeit aus. Forscher, landwirtschaftliche Praktiker, regionale Kompetenzzentren und zivilgesellschaftliche Projekte wie MODEMA/DeFAF und 3N arbeiten eng zusammen. Die Ergebnisse der Konferenz, darunter der Aufsatz, der Methodenkatalog und der Gastvortrag, werden als wichtige Beiträge zur praktischen und wissenschaftlich fundierten Überwachung und Bewertung von Agroforst-basierten PIK-Maßnahmen angesehen.
Die Arbeitsgruppe und ihre Partner befassen sich mit einer Reihe praktischer Fragen. Dazu gehören die Identifizierung geeigneter Überwachungsindikatoren für die Biodiversität und Pflanzengesundheit in Agroforstsystemen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Integration von Bürgerwissenschaftsmethoden, um die Überwachung über eine Vielzahl von Modellbetrieben hinweg zu skalieren. Zudem wird untersucht, wie internationale Erfahrungen, beispielsweise aus Argentinien, die lokale Umsetzung im Münsterland bereichern können.
Implizit werden auch Governance- und rechtliche Aspekte der PIK thematisiert. Dazu gehören die Notwendigkeit klarer Managementverpflichtungen, die langfristige Sicherung von Ausgleichsmaßnahmen auf landwirtschaftlichen Flächen und die Abstimmung mit nationalen und regionalen Ausgleichsregelungen.
Die Informationen richten sich an Forscher, Praktiker und politische Entscheidungsträger, die an Agroforstsystemen als klima-, biodiversitäts- und produktionskompatible Maßnahme interessiert sind. Ziel ist es, Ausgleichsverpflichtungen zu erfüllen, ohne zusätzliche Flächen aus der Produktion zu nehmen. Insgesamt dient die Webseite als Ankündigung und kurze Zusammenfassung von Aktivitäten, die akademische Forschung, praktische Demonstration (Modellbetriebe) und partizipative Überwachung (Bürgerwissenschaft) miteinander verbinden, um Agroforstwirtschaft als praktikablen Weg für die produktionsintegrierte Kompensation voranzutreiben.
Source: uni-muenster.de
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