Smart Protein: EU fördert innovative Eiweißquellen
By Verena Wiederkehr, ProVeg; Emanuele Zannini, University College Cork
PermaNews Brief
Key Takeaways
Das EU-Projekt Smart Protein entwickelt neuartige Proteinquellen aus Pflanzen, Pilzen und Lebensmittelnebenprodukten, um eine nachhaltige Proteinversorgung zu sichern.
- Nachhaltige Proteine aus Pflanzen und Pilzen.
- Nutzung von Lebensmittel-Nebenprodukten.
- Fokus auf Kreislaufwirtschaft und Bodengesundheit.
- Fördert regenerative Landwirtschaft.
- Reduziert Umweltbelastung der Proteinproduktion.
Why It Matters
Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung und der Klimakrise ist die Entwicklung nachhaltiger und emissionsarmer Proteinquellen entscheidend für die Ernährungssicherheit und den Umweltschutz.
What to Do Next
Recherchieren Sie lokale Initiativen, die sich mit der Nutzung von Lebensmittelresten oder der Entwicklung pflanzlicher Proteine beschäftigen.
Recommended for: Jeden, der an der Zukunft der Lebensmittelproduktion, nachhaltiger Ernährung und Kreislaufwirtschaft interessiert ist.
Das Smart Protein Projekt ist ein von der Europäischen Kommission gefördertes Horizont 2020-Projekt, das im Januar 2020 startete und sich der Entwicklung hochinnovativer, proteinreicher Nahrungsmittel auf Basis von Pflanzen, Pilzen und Nebenprodukten der Lebensmittelproduktion widmet. Das Projekt verfolgt das Hauptziel, durch die Entwicklung nachhaltiger, nahrhafter und eiweißreicher Alternativen zu herkömmlichen Eiweißquellen zum Aufbau einer zukunftssicheren Proteinversorgung beizutragen. Die innovativen Techniken und Prozesse, die im Rahmen dieses Projekts eingesetzt werden, wurden bisher bei keinem Projekt dieser Art und Größenordnung verwendet. Die potenziellen positiven Auswirkungen auf den Planeten sind erheblich, da das Projekt Nebenprodukte der Lebensmittelindustrie zu essbarem Eiweiß für den menschlichen Verzehr aufbereitet und damit große Fortschritte auf dem Weg zu einer dringend benötigten Kreislaufwirtschaft macht, die die schnell wachsende Bevölkerung tatsächlich ernähren kann. Unter der Leitung von Professor Emanuele Zannini vom University College Cork überdenkt Smart Protein die gesamte Protein-Wertschöpfungskette von der Produktion bis zum Verbrauch sowohl im Hinblick auf die Produktionsleistung als auch auf die Umweltbelastung. Das Projekt strebt eine Verbesserung der Bodengesundheit durch den Einsatz biologischer regenerativer landwirtschaftlicher Verfahren an, die widerstandsfähiger gegen die Auswirkungen des Klimawandels sind und so die langfristige finanzielle Zukunft der Landwirte unterstützen. Das Projekt bringt Lebensmittelwissenschaftler und Experten aus neun europäischen Ländern zusammen, um nachhaltigere Proteinquellen zu erforschen. Die Forschung konzentriert sich auf Hülsenfrüchte wie Kichererbsen, Linsen und Ackerbohnen sowie auf Quinoa, ein Getreide, das bereits in einigen europäischen Regionen angebaut wird. Das Fraunhofer IVV ist an dem Forschungsprojekt beteiligt und nutzt Restströme aus der Lebensmittelindustrie zur Gewinnung hochwertiger Lebensmittelproteine. Der Forschungsschwerpunkt liegt auf der Nutzung von Nebenprodukten und Restströmen aus der Lebensmittelproduktion, die üblicherweise in die Produktion von Tierfutter fließen. Es werden fermentative Verfahren entwickelt, um aus Restströmen der Nudelproduktion, der Brotherstellung und der Bierherstellung hochwertige mikrobielle Proteine in Form von Speisepilzen für den Einsatz in Lebensmitteln zu gewinnen. Das Know-how der Fraunhofer-Wissenschaftler zu verschiedenen Fraktionierungsmethoden ermöglicht die zielgerichtete Entwicklung und Optimierung nachhaltiger Verfahren zur Herstellung von Proteinkonzentraten und Proteinisolaten mit wertvollen technofunktionellen, sensorischen und ernährungsphysiologischen Eigenschaften. In Kooperation mit den Industriepartnern werden die entsprechenden Produktionsprozesse im vorindustriellen Maßstab umgesetzt. Die österreichischen Befragten vertrauen am ehesten pflanzlichen Proteinquellen wie Getreide und Hülsenfrüchten, gefolgt von Pilzen und kultivierten Proteinen.
Source: proveg.org
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