HAFL-Studie: Permakultur-Garten Meikirch & Wirtschaftlichkeit (0,6 ha)
By Dario Principi
PermaNews Brief
Key Takeaways
Ein Gemeinschaftsgarten in der Schweiz zeigt, wie Permakultur soziale Resilienz und nachhaltige Lebensmittelproduktion durch gemeinschaftliche Arbeit und ökologisches Design verbindet.
- Gemeinschaftsgärten stärken soziale Kohäsion und Resilienz.
- Permakulturprinzipien an lokale Gegebenheiten anpassen.
- Rechtsform und Gruppenstrukturen klar definieren.
- Wirtschaftlichkeit von Permakultur ist schwer zu belegen.
- Regenerative Praktiken fördern Bodengesundheit und Biodiversität.
Why It Matters
Diese Fallstudie liefert wertvolle Einblicke in den Aufbau und Betrieb eines gemeinschaftsbasierten Permakultur-Gartens und seine positiven Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.
What to Do Next
Informieren Sie sich über lokale Initiativen für Gemeinschaftsgärten und beteiligen Sie sich aktiv.
Recommended for: Ideal für Initiatoren von Gemeinschaftsgärten, Permakultur-Einsteiger und alle, die an der Stärkung lokaler Resilienz interessiert sind.
Diese Masterarbeit von Dario Principi, vorgelegt an der HAFL (Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften) im Januar 2024, beschreibt detailliert den Aufbau eines solidarischen Permakultur-Gemeinschaftsgartens in Meikirch BE (Kanton Bern, Schweiz) auf einer Fläche von rund 0,6 Hektar, die vom Landwirt Andreas Stämpfli zur Verfügung gestellt wurde. Das Projekt adressiert regenerative Landwirtschaft, Resilienz und Selbstversorgung durch die Anwendung permakultureller Prinzipien, die an die lokalen Bedingungen und die Wünsche der Beteiligten angepasst wurden. Zwischen 2021 und 2023 entstand ein funktionsfähiger Garten mit etwa 20 aktiv involvierten Personen. Praktische Schritte umfassten die Klärung einer passenden Rechtsform für die Zusammenarbeit, die Festlegung von Gruppenstrukturen und die Umsetzung ökologischer Designs wie Bodengesundheit, Wassermanagement und Biodiversität. Die Arbeit analysiert zudem die Wirtschaftlichkeit von Permakultur-Betrieben, wobei sie feststellt, dass in Frankreich keine weiteren Fallstudien zur Wirtschaftlichkeit existieren, und zieht Lehren für skalierbare Modelle. Der Garten dient als Modell für gemeinwohlorientierte Initiativen, die soziale Kohäsion stärken und langfristig unabhängige Nahrungsmittelproduktion ermöglichen. Er bleibt nach Abschluss der Arbeit bestehen und wird 2024 fortgeführt. Methodisch basiert die Studie auf Zusammenarbeit mit dem Betriebsleiter und den Teilnehmern, inklusive Feldbeobachtungen und wirtschaftlicher Bewertung. Wichtige Erkenntnisse: Permakultur fördert Resilienz durch diversifizierte Anbaumethoden, Reduzierung von Inputs und Community-Netzwerke. Praktische Details umfassen die Gestaltung von Zonen (Zone 1 für intensive Kulturen, Zone 2 für Perennials), Mulchsysteme, Kompostierung und Fruchtfolgen, die Erträge maximieren und Böden regenerieren. Die Arbeit betont, dass solche Gärten nicht nur ökonomisch tragfähig sind, sondern auch soziale Resilienz aufbauen, indem sie Freiwilligenarbeit mit solidarischer Ökonomie verbinden. Für Praktiker bietet sie konkrete Vorlagen für Gründung, Finanzierung (z. B. Crowdfunding oder Kooperativen) und Monitoring von Erträgen. Im Kontext regenerativen Lebens dienen die Prinzipien der Beobachtung, Energieeffizienz und Edge-Effekten als Blaupause für urbane und ländliche Selbstversorgung. Die Fallstudie unterstreicht, dass Permakultur in Gemeinschaftsprojekten höhere Erträge pro Fläche erzielt als konventionelle Methoden, bei geringeren Kosten für Dünger und Maschinen. Herausforderungen wie Gruppendynamik wurden durch klare Regeln gelöst, was den Garten resilient macht. Insgesamt liefert die Arbeit handfeste, field-tested Ansätze für regenerative Gärten in D-A-CH-Regionen, mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Autarkie.
Source: permakultur-landwirtschaft.org
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