Neues Förderprogramm zur Stärkung von Humus und Bodenfruchtbarkeit

PermaNews Brief
Key Takeaways
Ein neues Förderprogramm zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und Kohlenstoffbindung in der Landwirtschaft wurde ins Leben gerufen.
- Programm unterstützt humusfördernde Maßnahmen
- Ziel: Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit
- Kohlenstoffbindung in landwirtschaftlichen Böden
- Entwicklung von Anbausystemen mit hohem Praxisbezug
- Wissenstransfer in die Landwirtschaft als Schwerpunkt
Why It Matters
Der Aufbau und Erhalt von Humus verbessert die Bodenqualität und unterstützt den Klimaschutz. Innovative Praktiken können die landwirtschaftliche Produktivität nachhaltig steigern.
What to Do Next
Informieren Sie sich über Projektmöglichkeiten zur Bodenverbesserung.
Permaculture Context
Für alle, die Permakultur und regenerative Landwirtschaft nicht als Hobby, sondern als ernsthaftes Projekt für Boden und Klima betreiben, sendet dieser Förderaufruf ein wichtiges Signal: Humusaufbau wird endlich nicht mehr nur als ökologische Nische behandelt, sondern als messbare, finanzierbar Praxis anerkannt. Das ist relevant, weil bisher ein entscheidendes Hindernis darin bestand, dass humusfördernde Methoden – von Dauerbegrünung über Agroforstsysteme bis hin zu gezielter Kompostwirtschaft – zwar funktionieren, aber kaum belastbar dokumentiert wurden. Wer heute einen Hof, ein Marktgartenprojekt oder eine Gemeinschaftsfläche aufbaut, sollte diese Entwicklung aktiv nutzen: Projektskizzen können fortlaufend eingereicht werden, was auch kleineren Betrieben und kooperativen Strukturen eine echte Chance gibt. Wichtiger noch ist der Wissenstransfer-Anspruch des Programms – denn er schafft Druck, bewährte regenerative Praktiken in standardisierte, anerkannte Methoden zu überführen. Das stärkt langfristig die Glaubwürdigkeit der gesamten Bewegung und öffnet Türen zu weiterer institutioneller Anerkennung.
Recommended for: Landwirte und Agrarwissenschaftler, die an nachhaltigen Praktiken interessiert sind.
Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) startet mit dem Förderaufruf „Humusaufbau und -erhalt“ ein neues Programm, das gezielt praxisnahe Vorhaben zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und zur Bindung von Kohlenstoff in landwirtschaftlich genutzten Böden unterstützt. Im Mittelpunkt steht nicht nur die wissenschaftliche Erkenntnisgewinnung, sondern ausdrücklich auch die Überführung von Wissen in die landwirtschaftliche Praxis sowie eine belastbarere Bilanzierung der Wirkungen. Damit adressiert der Aufruf eine zentrale Lücke: Viele humusfördernde Maßnahmen gelten zwar grundsätzlich als sinnvoll, doch fehlen in der Praxis oft ausreichend erprobte, langfristig wirksame Systeme und gleichzeitig nachvollziehbare Methoden zur Messung ihrer Klimawirkungen.
Der Förderaufruf ist offen gestaltet und nicht befristet; Projektskizzen können fortlaufend bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) eingereicht werden. Finanziert wird das Vorhaben aus dem Klima- und Transformationsfonds im Rahmen des Bundesprogramms Humus. Inhaltlich konzentriert sich der Aufruf auf fünf Themenfelder. Erstens sollen humuserhaltende und humusmehrende Fruchtfolge- und Anbausysteme entwickelt und demonstriert werden, und zwar von der Aussaat bis zur Ernte, also mit einem hohen Praxisbezug über den gesamten Produktionsprozess. Zweitens werden Maßnahmen zur Kohlenstoffanreicherung durch technische und punktuelle Eingriffe gesucht, etwa in Unterböden oder durch Hecken und Agroforstsysteme. Drittens geht es um das Screening geeigneter Sorten und Kulturen für den Humusaufbau, beispielsweise Zwischenfrüchte, Untersaaten, Mischanbau oder Dauerkulturen. Viertens sollen Methoden zur Bilanzierung der Kohlenstofffestlegung und der Klimaschutzwirkung entwickelt und harmonisiert werden, was für die Vergleichbarkeit und Glaubwürdigkeit der Ergebnisse entscheidend ist. Fünftens ist der Wissenstransfer in die Praxis ein eigener Schwerpunkt, was darauf hinweist, dass nicht nur Experimente, sondern vor allem übertragbare Umsetzungsstrategien gefragt sind.
Wichtig für Antragstellende ist außerdem, was nicht gefördert wird: Vorhaben, die sich ausschließlich mit technischen Kohlenstoffsenken wie CCS befassen, sowie Projekte zu Moorböden sind ausgeschlossen. Der Aufruf richtet sich damit klar an landwirtschaftliche, bodenbezogene und anwendungsnahe Ansätze. Aus dem Beitrag wird deutlich, dass es um Lösungen für Äcker und Grünland geht, die langfristig tragfähig, messbar und auf Betriebe übertragbar sind. Für landwirtschaftliche Betriebe, Forschungseinrichtungen und Praxispartner bietet der Förderaufruf somit eine konkrete Chance, innovative Maßnahmen zur Humusanreicherung zu testen, zu dokumentieren und in breitere Anwendung zu bringen. Wer Projekte mit starkem Praxisbezug, klarer methodischer Begleitung und offenem Wissenstransfer plant, findet hier einen passenden Förderrahmen.
Source: 3-n.info
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