Case Study

FNR: Deckfrüchte & Wildkräuter – Mehr Öko-Effekte in der Pflanzenproduktion

By Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR)
FNR: Deckfrüchte & Wildkräuter – Mehr Öko-Effekte in der Pflanzenproduktion

TL;DR: Deckfrüchte und Wildkrautansaaten verbessern die Ökologie und Produktivität in der Pflanzenproduktion, besonders auf kargen Böden, indem sie Biodiversität fördern und Erträge steigern.

  • Zwischenfrüchte und Wildkräuter erhöhen die Artenvielfalt.
  • Sie verbessern die Bodengesundheit und Wasserhaltekapazität.
  • Blühketten sichern Nahrungsquellen für Bestäuber ganzjährig.
  • Systeme sind auf trockenen Sandböden erfolgreich.
  • Weniger Abhängigkeit von externen Inputs ist möglich.
  • Biomasseerträge steigen signifikant.
  • Natürliche Schädlingsbekämpfung wird gefördert.
  • Sie verbessern die Ästhetik der Landschaft.
  • Sie reduzieren Erosion und Nährstoffauswaschung.

Why it matters: Die Integration von Deckfrüchten und Wildkrautansaaten in die Pflanzenproduktion ist entscheidend für die Schaffung widerstandsfähigerer und produktiverer Agrarsysteme. Dies trägt zur Bewältigung von Klimaveränderungen und dem Erhalt der Biodiversität bei, während gleichzeitig die Betriebskosten gesenkt werden können.

Do this next: Beginnen Sie mit der Integration von einfachen Wildkrautansaaten in Ihre Zwischenfruchtplanung, um erste Erfahrungen zu sammeln und von den Vorteilen zu profitieren.

Recommended for: Landwirte, die ihre Anbaumethoden nachhaltiger gestalten und die Bodengesundheit sowie die Biodiversität auf ihren Flächen verbessern möchten, insbesondere in herausfordernden Klimazonen.

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) führt seit 2015 umfangreiche Forschungsprojekte durch, die die ökologischen Effekte von Deckfrüchten und Wildkrautansaaten in modernen Pflanzenproduktionssystemen untersuchen. Diese Projekte konzentrieren sich auf die Entwicklung und Optimierung verschiedener Ansaatgemische für Wildkräuter und deren strategische Integration in Deckfruchtsysteme, um maximale Biodiversität und ökologische Vorteile zu erzielen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung von Blühketten in der Fruchtfolge, die sicherstellen, dass während der gesamten Vegetationsperiode Nahrungsquellen für Bestäuber und andere nützliche Insekten verfügbar sind. Die praktischen Fallstudien umfassen mehrere innovative Anbausysteme: Sommerzwischenfruchtanbau, der zwischen Hauptkulturen etabliert wird, um Bodenbedeckung und Nährstoffkonservierung zu verbessern; Feldfutterbau, der hochwertige Futtermittel für Viehbetriebe produziert; und Zweikulturnutzungssysteme, die zwei Ernten pro Jahr ermöglichen und damit die Landnutzungseffizienz maximieren. Diese Systeme werden besonders auf trockenen Sandböden in Nordostdeutschland angewandt, einer Region mit besonderen Herausforderungen bezüglich Wasserspeicherung und Bodenfruchtbarkeit. Die Forschungsergebnisse belegen eine deutliche Steigerung der ökologischen Vielfalt durch den Einsatz von Deckfrüchten und Wildkrautansaaten. Die Biomasseerträge zeigen signifikante Verbesserungen, was sowohl für die Bodengesundheit als auch für die Nutzung als Energiequelle oder Futtermittel relevant ist. Die Wildkrautkomponenten in den Ansaatgemischen bieten zusätzliche Vorteile: Sie locken Bestäuber an, fördern natürliche Feinde von Schädlingen und tragen zur Landschaftsästhetik bei. Besonders wertvoll ist die Erkenntnis, dass diese Systeme auf marginalem Land wie trockenen Sandböden funktionieren, wo konventionelle intensive Landwirtschaft oft schwierig ist. Die Integration von Deckfrüchten in die Fruchtfolge reduziert die Abhängigkeit von synthetischen Inputs und fördert eine kreislauforientierte Landwirtschaft. Durch die Konservierung von Nährstoffen über den Winter und die Verbesserung der Bodenstruktur entstehen langfristige Produktivitätssteigerungen. Die Projekte demonstrieren, dass ökologische und ökonomische Ziele nicht im Widerspruch stehen, sondern sich gegenseitig verstärken können. Landwirte, die diese regenerativen Praktiken implementieren, berichten von reduzierten Betriebskosten, verbesserter Bodenfruchtbarkeit und erhöhter Rentabilität. Die FNR-Projekte liefern damit wissenschaftliche Evidenz und praktische Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Transformation der Pflanzenproduktion, die Biodiversität schützt, Böden regeneriert und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig ist.