Torfreduzierte Zierpflanzen: TerZ-Erfolge in 24 Betrieben

TL;DR: Die Torfreduktion im Zierpflanzenbau ist machbar und trägt zum Klimaschutz bei, erfordert aber Anpassung von Substraten und Kulturmanagement.
- Torfreduzierte Substrate sind im Zierpflanzenbau erprobt.
- Anpassungen bei Bewässerung und Düngung sind oft nötig.
- Nicht alle torfreduzierten Substrate funktionieren universell.
- 30% Torfreduktion ist oft ohne Qualitätseinbußen erreichbar.
- Spezielle Schulungen unterstützen die Umstellungspraxis.
Why it matters: Der Verzicht auf Torf schützt Moore als CO2-Speicher und leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, während die Pflanzenproduktion nachhaltiger wird.
Do this next: Informieren Sie sich über regionale Förderprogramme und Beratungsstellen für torfreduzierten Anbau.
Recommended for: Gärtnereien, Baumschulen und Betriebe im Zierpflanzenbau, die ihre Klimabilanz verbessern und zukunftsfähig bleiben wollen.
Das Modell- und Demonstrationsvorhaben TerZ hat über vier Jahre 24 Zierpflanzenbetriebe aus fünf Modellregionen in Deutschland beim Umstieg auf torfreduzierte Substrate begleitet. Trotz Herausforderungen wie Pandemie und Rohstoffknappheit wurde stark torfreduzierte Produktion erfolgreich demonstriert. Bei Streptocarpus mit 50 Vol.-% Torf gab es Einschränkungen bei Qualität und Aufwand, doch bei anderen Kulturen wie Pelargonium zonale wurden mit 50 Vol.-% vergleichbare Qualitäten erreicht. Ein Betrieb reduzierte Eckartikel um bis zu 30 Vol.-% Torf im ersten Jahr und testete später 70 Vol.-% torfreduzierte Substrate sowie 50 Vol.-% für Poinsettien. Erkenntnisse: Eine Reduktion um 30 Vol.-% unterstützt Umweltschutz bei gesicherter Produktion. Viele, aber nicht alle Varianten funktionierten optimal. Projekte wie TerÖko testen torfreduzierte Substrate speziell im ökologischen Topfkräuteranbau. In der Praxis, z.B. bei Gärtnermeisterin Julia Behre im TeiGa-Projekt (2016-2019), wurden Weihnachtssterne (Euphorbien) torffrei oder torfreduziert gezogen. Eine Mischung aus 50% Kokosmark, 35% Holzfaser, 15% Kompost und NPK-Düngung ergab pH 5,9 und gemischte Bilanz: Nährstoffbedürftige Pflanzen zeigten Probleme, doch als Modellorganismen eigneten sie sich gut. Ziel: 50-60% Torfreduktion ohne Mehrkosten. Stadtgärtnerei Wolfenbüttel testete 50 Vol.-% in Beet- und Balkonpflanzen, Homann biologische Gemüsejungpflanzen torffrei im Erdpresstopf und Tray. Gärtnerei Löwer unter 50 Vol.-% in neuem Gewächshaus. Diese Beispiele belegen bewährte torffreie Mischungen. Komposthaltige Substrate erfordern pH-Management, um Manganmangel zu vermeiden. Online-Kurse wie an der HSWT schulen zu Torfersatzstoffen, Gießwasser und Düngestrategien. Insgesamt beweisen Projekte die Skalierbarkeit, fördern Klimaschutz und machen den Zierpflanzenbau nachhaltiger durch Anpassung von Kulturparametern.