Article

Agroforst: Klimaresilienz & Gewinn für alle – Agforward Studie

Agroforst: Klimaresilienz & Gewinn für alle – Agforward Studie

TL;DR: Agroforstwirtschaft bietet erhebliches Potenzial zur Reduzierung landwirtschaftlicher Emissionen und zur Verbesserung der Resilienz, besonders in Regionen mit Umweltdefiziten.

  • Agroforst kompensiert bis zu 43 % der Emissionen.
  • 9 % der EU-Agrarfläche sind für Agroforst geeignet.
  • Schweizer Betriebe können 13 % Emissionen kompensieren.
  • Vielfältige Vorteile für Landwirte und Umwelt.
  • Erhöhte Gesamterträge pro Hektar sind möglich.

Why it matters: Agroforstwirtschaft ist ein bewährtes Konzept mit dem Potenzial, die Umweltleistung der Landwirtschaft erheblich zu steigern und gleichzeitig die wirtschaftliche Tragfähigkeit von Betrieben zu verbessern. Sie bietet einen greifbaren Weg zur Minderung des Klimawandels und zur Förderung von Biodiversität.

Do this next: Informieren Sie sich über lokale Förderprogramme und Beratungsstellen für die Umstellung auf Agroforstsysteme in Ihrer Region.

Recommended for: Landwirte, die ihre Betriebe resilienter gestalten und von ökologischen Vorteilen profitieren möchten, ohne auf Erträge zu verzichten.

Die Agroforstwirtschaft hat in der Schweiz eine lange Tradition, wurde jedoch in der Moderne weitgehend aus Feldern und Weiden verdrängt. Dennoch bietet sie enormes Potenzial für Klima- und Umweltschutz. Laut einer Studie des Agroscope im Rahmen des EU-Projekts Agforward könnten auf 9 % der europäischen Landwirtschaftsfläche Agroforstsysteme etabliert werden, um bis zu 43 % der landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen zu kompensieren. Betroffene Regionen mit hohen Umweltdefiziten umfassen Ackerbaugebiete im Nordwesten Frankreichs, im Norden und Südwesten Italiens, Zentralspanien, Dänemark, Griechenland, Osten Rumäniens sowie Grasland in Dänemark und Großbritannien. In der Schweiz könnten 13,3 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Agroforst umgewandelt werden, um 13 % der Sektoremissions zu kompensieren. Praktische Vorteile für Landwirte sind vielfältig: Erweiterte Produktepalette durch Kombination von Bäumen und Kulturen, Förderung von Bestäubern und Nützlingen, Reduktion von Erosion und Nitratverlusten, Beitrag zum Klimaschutz sowie Fördergelder aus Biodiversitäts- und Klimaprogrammen. Agroforstsysteme integrieren Bäume in Acker- oder Weideflächen, was die Resilienz steigert und multifunktionale Nutzung ermöglicht. Die Studie identifizierte spezifische Hotspots mit Defiziten in Biodiversität, Bodenqualität und Emissionen, wo Agroforst am wirksamsten ist. In der Praxis erfordert die Umstellung Planung der Baumpflanzung in Reihen oder Streifen, angepasst an Maschinenverkehr und Erntezyklen. Schweizer Landwirte profitieren von höheren Gesamterträgen pro Hektar, da Bäume Holz, Früchte oder Futter liefern, während Zwischennutzungen wie Getreide oder Gemüse weiter möglich sind. Langfristig sinken Inputkosten durch natürliche Düngung via Laubfall und Wurzeln, was die Bodenfruchtbarkeit regeneriert. Die Integration in Förderprogramme wie die Direkte Zahlungen oder Biodiversitätsvorschriften macht Agroforst wirtschaftlich attraktiv. Experten empfehlen, mit Beratung von Agroscope oder der Interessengemeinschaft Agroforst Schweiz zu starten, um passende Baumarten und Abstände zu wählen. Dieses System stärkt nicht nur die Umwelt, sondern auch die betriebliche Resilienz gegenüber Klimaschwankungen und Marktschwankungen.