Klimaresilienz: Kommunen stärken – Maßnahmen & Psyche

TL;DR: Kommunen müssen Klimaschutz betreiben und lernen, mit den Folgen des Klimawandels umzugehen, wobei gemeinschaftliche Resilienz entscheidend ist.
- Klimaresilienz ist Anpassung und Erholung von Klimaereignissen.
- Kommunen müssen Treibhausgase reduzieren und Folgen minimieren.
- Resilienz ersetzt Klimaschutz nicht, beides ist nötig.
- Gemeinschaftsgefühl stärkt die individuelle Bewältigung.
- Therapeutische Ansätze können kollektive Selbstwirksamkeit fördern.
Why it matters: Die Klimakrise erfordert sowohl technische Lösungen als auch psychologische Bewältigungsstrategien auf individueller und kollektiver Ebene, um langfristig handlungsfähig zu bleiben.
Do this next: Engagiere dich in lokalen Initiativen für Klimaschutz und Klimaanpassung in deiner Gemeinde.
Recommended for: Für Stadtplaner, Politiker, Therapeuten und alle, die sich für die sozialen und psychologischen Aspekte der Klimaanpassung interessieren.
Klimaresilienz wird definiert als die Fähigkeit eines Systems oder eines Individuums, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen, diese zu bewältigen und sich von extremen Wetterereignissen zu erholen. Dies ist ein mehrdimensionales Konzept, das sowohl technische als auch psychosoziale Aspekte umfasst und auf individueller wie auch auf gesellschaftlicher Ebene relevant ist.
Auf kommunaler Ebene wird Klimaresilienz von Schüle (2023) als die Fähigkeit einer Kommune definiert, ambitionierten Klimaschutz zu betreiben und die lokal erzeugten Treibhausgase in den Sektoren Wohnen, Mobilität, Verkehr und Wirtschaft deutlich zu reduzieren. Gleichzeitig sind klimaresiliente Kommunen in der Lage, lokale Folgewirkungen des Klimawandels zu bewältigen und deren negative Auswirkungen auf die Gesundheit, die Infrastrukturen sowie die Organisationen der Kommune durch proaktives Handeln zu minimieren.
Ein kritischer Punkt ist die Erkenntnis, dass "Resilienz kein Ersatz für Klimaschutz" ist – beide Dimensionen sind notwendig. Das diffuse Erleben von Klimastress erfordert, dass Bewältigungsstrategien über lange Zeiträume hinweg aufrechterhalten und kontinuierlich an neue Bedingungen angepasst werden.
Zentral für die Entwicklung von Klimaresilienz ist die Eingebundenheit des Individuums in Gemeinschaften. Die Erfahrung und Überzeugung, gemeinsam zu handeln und etwas erreichen zu können, reduziert das Gefühl der Hilflosigkeit erheblich. "Kollektive Selbstwirksamkeit ist der Schlüssel zur Klimaresilienz" – diese Erkenntnis hat weitreichende Implikationen für therapeutische und pädagogische Ansätze.
Psychotherapeutische Unterstützung kann durch die Förderung von Gruppentherapie und Gruppensupervision gestärkt werden, um die positiven Effekte der Gemeinschaft zu erleben. Sinnorientierte Coping-Strategien spielen eine wichtige Rolle und umfassen konstruktive Hoffnung, positive Neubewertung, Emotionsakzeptanz, Vertrauen in andere und in sich selbst (Selbstwirksamkeit), Zeit in der Natur und Werteorientierung. In einigen Fällen können auch Konzepte der Trauerarbeit hilfreich sein, um die Zerstörung der Umwelt zu verarbeiten und gleichzeitig handlungsfähig zu bleiben.